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Sancai, Sanbao

Drei Prinzipien, Drei Schätze

In meinen Texten wird man oft mit den Drei Prinzipien (Sancai) und den Drei Schätzen (Sanbao) konfrontiert. Was bedeuten sie?

Chinesisch ist oft schwer zu übersetzen, weil die Kulturen sich extrem unterscheiden und viele Vorstellungen, etwa der chinesischen Geisteswelt, bei uns im Westen kaum eine Entsprechung haben. Meine Lebensaufgabe habe ich in der Vermittlung traditionellen chinesischen Wissens für den Westen gefunden. Dabei lasse ich mich vorwiegend von der Praxis leiten und entwickle aus ihr heraus meine Interpretationen! Vom Standpunkt eines reinen Theoretikers her ist das manchmal angreifbar. Sollte mich dies kümmern?

Drei Prinzipien (Sancai)

Die Drei Prinzipien, eventuell auch Drei Kräfte, setzen sich zusammen aus:

  • Himmel
  • Mensch
  • Erde

Schnell kann der Wissende erkennen, dass hier der Himmel als äußerste Manifestation des Yang und die Erde als äußerste Manifestation des Yin gemeint sind. Was machen wir nun mit dem Menschen? Steht er als Gleichberechtigter zwischen diesen Kräften? Ein egoverseuchtes westliches Gehirn mag dies glauben, doch natürlich verhält es sich anders! Der Mensch ist deshalb interessant, weil es um uns geht! So bilden wir nur deshalb das dritte „Prinzip“, weil es für uns wichtig ist!
Ansonsten üben wir uns in Bescheidenheit, atmen das Qi des Himmels, essen und trinken vom Qi der Erde und passen uns der Dynamik dieser Kräfte an! Für starke Egos, wie sie heute im Westen normal sind, ist das eine fast unüberwindbare Passhöhe! Immer wollen wir ja der Welt unsere Ansichten und Absichten aufschwatzen und sind schwer beleidigt, wenn die Natur sich weigert, nach unserem Willen zu agieren! So sind wir dann oft unzufrieden, erleiden Schicksalsschläge oder werden krank, weil wir uns dem vorgezeigten Weg des Universums stur entgegenstellen.

Die Grafik soll das Eingebundensein des Menschen
in das Wechselspiel himmlischer und erdbezogener Kräfte verdeutlichen.
Der Mensch ist gut beraten, nicht seinem Ego zu folgen,
sondern sich demütig den wahren kosmischen Prinzipien zu unterwerfen!
So kann er in sich die lebensspendende Harmonie
zwischen den Einflüssen des Himmels und den Einflüssen der Erde erfahren.

Drei Schätze (Sanbao)

Daoistische Meditation – Drei SchätzeDaoistische Meditation – Drei Schätze

Die Drei Schätze (Sanbao) setzen sich zusammen aus:

  • Jing
  • Qi
  • Shen

Jetzt haben wir den Salat! Denn, Sie haben es geahnt, jeder dieser drei Begriffe kann wieder vielerlei Bedeutungen haben. Erneut wird uns die Praxis helfen, zu vernünftigen Lösungen zu gelangen, die für unsere Zwecke tauglich sind. Da die Drei Schätze auch häufig im Zusammenhang mit der chinesischen Medizin erwähnt werden, sei wieder betont, dass mich der therapeutische Bereich in meiner speziellen Arbeit nicht interessiert. Man sollte ja unter anderem Qigong praktizieren, um nicht zu erkranken! Was soll da die Therapie, die man dann ja ohnehin nicht benötigt?
So wollen wir uns nun eher mit daoistischen Interpretationen befassen.
Jing bedeutet Essenz, und zwar auf einer körperlichen, materiellen Ebene. Qi darf man getrost mit Lebensenergie übersetzen und Shen freut sich über die Bedeutung Geist. Welcher Geist? Naja, chinesisch gesprochen immer der, der gemeint ist!
Im Taiji Quan, im Qigong, in der Daoistischen Meditation müssen die Drei Schätze im Organismus in ihrem Zusammenhang stimuliert werden! Das ist nicht einfach und bedarf jahrelangen hingebungsvollen Trainings.
Um für den Westler eine vorstellungsmäßige Erleichterung zu schaffen, interpretiere ich das Jing, die Essenz, seit Jahren vereinfachend als Körper oder auch als Materie!
So sind wir also angehalten, übend den materiellen Körper, die feine Energie und den immateriellen Geist gemeinsam zu stimulieren um dies dann in unserem Leben erfolgreich zu verwirklichen!

Drei Schätze (Sanbao)

Nachtrag:

Auch im chinesischen Buddhismus kennt man die Drei Schätze. Dort bedeuten sie Buddha (Fo), Dharma (Lehre, Fa) und Sangha (Mönchsgemeinschaft, Sengqie).