Grundlagen » EPM

Ellebergers Phantastisches Modulsystem (EPM)
Egominderung durch Bewegung

Allgemeines

Körper, Energie und Geist (Sancai) hängen untrennbar zusammen und beeinflussen einander. Seit Jahrzehnten lebe und unterrichte ich nach diesem Grundsatz.

Geht man wachen Auges durch die Welt, muss einem auffallen, dass sehr viele Menschen eine schlechte Haltung haben und sich obendrein sehr schlecht und freudlos bewegen. Lassen Sie mich nun speziell die Bewegung herausgreifen. Fast unausrottbar ist bei uns der Glaubenssatz, dass man Sport betreiben müsse, um sich zu bewegen. Das stimmt nicht! Erstens ist Sport unauslöschlich mit Anstrengung verbunden und zweitens fällt auf, dass auch nach jahrelanger Sportpraxis viele Bewegungsfehler weiterhin bestehen. Drittens wollen sich viele Menschen zwar bewegen, lehnen aber das Leistungsprinzip ab. Sie betreiben Sportverweigerung. Und schließlich haben viertens gar nicht so wenige Menschen Probleme mit Bewegungen, weil sie halt ungeschickt sind.

In all diesen Fällen kann EPM helfen!

Egominderung

Positive Persönlichkeitsveränderung

Als ich vor vielen Jahren EPM entwickelte, war mir klar, dass es eines komplett veränderten Zuganges bedurfte, weg von der Anstrengung, weg vom Wettkampf, weg vom Stress!

Aus der Praxis heraus entwickelte ich dann im Laufe der Zeit mit Versuch und Irrtum ein neues Konzept, das

weit über das Erlernen von Bewegungen hinausgeht

und als Ziel Egominderung, also positive Persönlichkeitsveränderung (mit Hilfe von Aufrichtung, Bewegung, Atmung und Gehirntraining) hat. Das ist keine Angelegenheit von ein paar Seminaren, sondern bedeutet für Interessierte harte Arbeit, allerdings mit Erfolgsaussicht, weil dabei natürliche Gegebenheiten der Tätigkeit unseres Organismus, des Gehirns und auch unseres Geistes berücksichtigt werden.

Ratio-Unterbewusstsein

Wer sich so lange wie ich mit der Vermittlung von bewegungsintensiven Disziplinen befasst hat, kann nach Jahren des Frustes nicht umhin, die gängige Unterrichtspraxis in Frage zu stellen. Und tatsächlich: Während am Beginn der Vermittlung einer Disziplin die Arbeit mit der Ratio im Vordergrund stehen muss, kann dies in weiterer Folge so nicht weitergehen. Die Steuerung des Lebens (auch von Bewegung) spielt sich nämlich im Unterbewusstsein weitgehend automatisiert ab und zwar in Form von (Bewegungs-) Mustern. Die Hirnforschung hat schon vor vielen Jahren nachgewiesen, dass jedem bewusstwerdenden Gedanken ein unbewusster Impuls vorauseilt. Versucht man über die Ratio Einfluss zu nehmen, hinkt man immer hinter den Ereignissen her und stört auch noch die gerade stattfindenden Abläufe! Kein Wunder, dass all das nicht funktioniert, um schlechte Gewohnheiten zu eliminieren oder überlegene Muster zu etablieren.

Einfachheit, Natürlichkeit und Eleganz

Im EPM stehen Einfachheit, Natürlichkeit und Eleganz im Vordergrund. Da wir darauf konditioniert sind, im Komplizierten das Erfolgversprechende zu sehen, ist uns Einfaches zunächst suspekt. Im EPM ist aber jede scheinbar einfache Maßnahme Teil eines Gebäudes von Absichten und Zielsetzungen, die den Anfänger, aber auch den Fortgeschrittenen, zunächst nur verwirren würden. Erst im Laufe der Jahre werden sich die einzelnen Bausteine zusammenfügen lassen, eine faszinierende Möglichkeit, über das eigene „Funktionieren“ Kenntnis zu erlangen.

Nutzen können die EPM-Maßnahmen allen, die nach Weiterentwicklung streben und die Freude, aber auch die Bemühung, noch nicht aus ihrem Leben gejagt haben, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene. 

Ego Gott Relation

Baihui zum Himmel, Huiyin zur Erde.
Aufrichtung nach oben und Verbindung zur Erde,
Weite und natürliche Orientierung im Raum.
Aus einer klassischen Schrift: „If there is balance, there is a root.
If there is a root, there is a center.“
Mit keiner dieser Fähigkeiten wurde ich geboren. Ich habe daher versucht,
sie über viele Jahre zu entwickeln und arbeite weiter daran.
Der Sinn des Lebens besteht darin,
seine guten Anlagen zu fördern und dabei Neues, Höheres zu erreichen.
Keineswegs kann es der Sinn des Lebens sein,
vom ursprünglich bei der Geburt vorhandenen Kapital zu zehren,
sein Ego zu verstärken
und die Welt deshalb ärmer zu verlassen, als man sie betrat.

Module und Muster

Für den Unterricht im EPM bediene ich mich natürlicher und grundlegender Einzelbewegungen des Organismus. Als Beispiel nenne ich einen Ablauf, wo die Wirbelsäule kontrolliert im Sinne von Yin und Yang nach vorne und hinten schwingt (siehe Fotos). Diese einfache Bewegung wird vielfach variiert, bis sie schließlich in optimaler Ausführung aus dem Unterbewusstsein gesteuert wird und Freude erzeugt. Das Bewusstsein wird dabei fast völlig eliminiert und die Natur erhält die Möglichkeit,

uns beinahe direkt zu steuern,
ohne dass wir oder unser Ego sich andauernd einmischen.

Ein tolles Gefühl!

EPM - Öffnen EPM - Schließen
Petra Silar

EPM-Modul Öffnen und Schließen des Rumpfes (vorne – hinten)
Selbstorganisation der Wirbelsäulenbewegungen
nach vorne (Yang) und hinten (Yin)

Der oben geschilderte Ablauf ist im EPM ein sogenanntes Modul. Module lassen sich später wie in einem Baukasten zusammensetzen, wobei, unglaublich aber wahr, das Gehirn automatisch die Koordination der Module übernimmt und daraus die natürlichen Bewegungsmuster neuerlich und besser zusammensetzt. Der Name des Systems bezieht sich somit auf die Module, weil diese erfahrungsgemäß den zentralen Platz einnehmen. Mich selbst betrachte ich dabei nur als den Vermittler natürlich ablaufender, aber normalerweise (auch durch das Ego) gestörter Lebensprozesse.

Es ist übrigens nichts Neues, Bewegungen zu zerlegen, jeder gute Lehrer macht dies, auch z.B. im Feldenkrais-Training finden wir vielfache Zerlegungen. Jedoch:

Was ist im EPM anders, was ist neu?

In meinem Modulsystem gibt es, wie in der Natur, ein Hierarchie-System. Das ist neu! Wir finden also übergeordnete bzw. grundlegendere Module, die die Basis der folgenden Module sind. Als Grundregel gilt, wie in der Natur: Hat sich ein Fehler im übergeordneten Modul eingeschlichen, ist alles Nachgeordnete immer mehr oder weniger falsch.

Das dürfte auch erklären, weshalb diese ewigen Nachbesserungen des täglichen Lebens nie Erfolg haben können. Immer liegt das Problem im Grundlegenden, also eine oder mehrere Hierarchie-Stufen entfernt.

(Zur Erklärung: Übergeordnete Module sind wichtiger und in der Hierarchie oben. Nachgeordnete Module bauen auf ihnen auf. So stehen übergeordnete Module einerseits über den nachgeordneten, sind andererseits aber grundlegend.)

Neu ist im EPM auch die Berücksichtigung des menschlichen Fasziensystems (Yin, die Muskulatur wäre Yang) mit ständigen Spannungsverlagerungen im Organismus, die ebenfalls gewissen Ordnungen folgen. Dies gilt es zu erlernen.

Aus der Sicht des EPM ist es auch nicht egal, mit welchem Atemmodus man gerade lebt. Es wirkt sich unmittelbar auf den gesamten Organismus aus, beeinflusst die Stimmung, die Emotionen, die Denk- und Leistungsfähigkeit!

Koordination spielt im EPM für Bewegungen eine entscheidende Rolle und für diese Koordination muss der Schwerpunkt auf einer Bewegung der Gelenke liegen, die ihren natürlichen Gelenksbahnen folgen sollen. Hier liegt der Hund begraben! Denn sowohl bei Normalmenschen wie auch bei Sportlern werden natürliche Gelenksbahnen viel zu oft missachtet, weil die Konzentration andauernd und fälschlich in den Muskeln liegt. Falsche Gewohnheiten und muskuläre Verspannungen lassen die Gelenke unnatürlich verkanten, was den Verschleiß fördert, Schmerzen erzeugt, den Qifluss abwürgt und die Freude an der Bewegung vernichtet.

Die im Sport vergötterten Muskeln werden im EPM übrigens kaum beachtet, weil sie nun einmal dumm sind!

Da das EPM auf östlichen Vorgangsweisen basiert, wird es kaum verwundern, dass die Gesetze von Yin und Yang wie selbstverständlich befolgt werden. Bewegung (Yang) und Gegenbewegung (Yin) gehören zusammen und müssen auch zusammengehörend ein Modul ergeben. Unipolares Bewegen ohne Berücksichtigung der Gegenbewegung ist gegen den Lauf des Universums!

Immer soll sich jeder Ablauf natürlich aus dem Vorhergegangenen ergeben und muss seinerseits eine gute Basis für das Nachfolgende bilden. Westlicher Stop-and-Go-Betrieb ist Vergangenheit, weil er sich als untauglich für das ununterbrochen fließende Leben und seine Herausforderungen gezeigt hat.

Weitere Neuerungen im EPM betreffen die Steuerung durch das Gehirn bzw. das Unterbewusste. Als Regel gilt: So schnell wie möglich von der Ratio hin zum Unterbewusstsein. Statt also, wie üblich, mit bewussten Auslöse-Reizen zu arbeiten, muss ein

natürliches, AKTIVES Geschehenlassen
aus dem Unterbewusstsein heraus

erlernt werden. Das ist nicht leicht!

Schließlich erlernen wir im EPM den naturgemäßen Einsatz von Energie, nicht zuletzt auch, um die neuen Erkenntnisse freudvoll im Gehirn zu verankern.

Zusammenfassung wichtiger Punkte im Bewegen nach EPM

Anna Trost – Grundspirale
Anna Trost – EPM Grundspirale
  • Zerlegung und Zusammenfügung, Grundmuster finden
  • Yin und Yang nach dem Weg der Natur verwirklichen, etwa im Vereinigen von Bewegung und Gegenbewegung
  • Zusammenhängende Muster auswählen: etwa Becken gerade nach vorne (Yang) und Becken gerade nach hinten (Yin)
  • Hierarchien festlegen: Übergeordnete Module sind wichtiger als nachgeordnete Module
  • Spannungsverlagerungen im Fasziensystem (Yin, passiv) aktiv und passiv trainieren
  • Atmung intensiv entwickeln und berücksichtigen
  • Koordination: Gelenke und ihre Führung werden aufwändig trainiert, statt dumm die Muskeln zu kräftigen
  • Bewegungen müssen fließen, kein Stop-and-Go!
  • Steuerung aus dem Unterbewusstsein anstreben, weg vom befehlenden Verstand. Es geht um ein Geschehenlassen, das aber nicht passiv-erschlaffend, sondern aktiv-energieaufbauend sein muss.
  • Optimalen Einsatz von Energie lernen, nicht zuletzt auch, um bestmögliche Steuerungs-Muster freudvoll im Organismus zu verankern
  • In der Bemühung um die genannten Punkte muss das Ego deutlich zurückgenommen werden! So kann man, der daoistischen Tradition folgend, Bewegung wirkungsvoll zur Egominderung einsetzen!

Durchdumpfer versus spirituelle Weiterentwickler

Benötigt man meine Erkenntnisse zum reinen Überleben? Geht es um unverzichtbare Lebensfunktionen? Nein! Die meisten Menschen leben auch so, pflegen ihr Ego und werden 80 oder 90 Jahre alt. Ich nenne diese Spezies Durchdumpfer. Das mag wenig schmeichelhaft sein, trifft aber den Nagel auf den Kopf!

Wenn man an Wiedergeburt glaubt, ist klar: Durchdumpfer kommen wieder! Immer wieder! Glaubt man nicht an Wiedergeburt, dann gilt dennoch, dass Dumpfen durchgehend lauwarm ist und immer von außen gesteuert. Es ist schon spaßig: Je mehr wir uns durch negativ steuernde Kräfte zu „freien“ Egomanen entwickeln, desto stärker sind wir fremdbestimmt und manipulierbar.

Wo kann man EPM erlernen?

Im Rahmen meiner Seminare werden immer wieder EPM-Module vorgestellt und optimiert.

EPM soll uns helfen, jenseits der eingefahrenen Ego-Nummer
ein Leben nach den Regeln des Universums zu führen
und uns spirituell weiterzuentwickeln.

Zurück zu den Grundlagen