Wudang Speer

V.l.n.r.: Anna Trost, Dr. Birgit Vogtenhuber, DI Irena Teodorcevic
Die Wudang-Berge in Zentralchina waren schon in der Vorzeit ein spirituelles Zentrum. Spätestens in der Tang- und Song-Dynastie gab es bereits zahlreiche Tempel und Klöster, die meist verschiedenen daoistischen Richtungen angehörten. In diesen Bergen lebte der Einsiedler Zhang Sanfeng, der während der Song-Dynastie (960 bis 1279) wirkte. Auf ihn geht das Wudang Quan, also Wudang-Boxen zurück (siehe Einleitungsteil für Taiji Quan). In all diesen frühen Kampfsystemen wurde selbstverständlich auch mit Waffen trainiert.
Im traditionellen Yang-Stil des Taiji Quan, wie ich ihn unterrichte, haben sich leider nur einige Speer-Einzeltechniken erhalten, obwohl der Systemgründer Yang Luchan ein berühmter Speerkämpfer war. Ich unterrichte daher Wudang-Speer mit Soloform und Anwendung und kehre somit zu den Wurzeln zurück. Dabei sollen auch Grundlagen des Fajing (Explosivkraft) dargestellt werden. Nur die aktive Beschäftigung vieler Interessierter kann diese faszinierende Disziplin vor dem Vergessen bewahren!
Der Speer gilt als der „König der Langwaffen“. Speertechniken vereinigen die Möglichkeiten des Langstockes mit denen einer Klingenwaffe.
Zum Üben benötigen wir einen Speer, wie er in Spezialgeschäften erworben werden kann. Die Länge sollte etwa der Körpergröße plus 10% entsprechen, also z.B. bei 180cm Körpergröße etwa 200cm betragen.