Der Weg der essentiellen Grundlagen und der ursprünglichen Erfahrungen
Im Daodejing des Laozi findet man: „Übt man das Lernen, so nimmt man täglich zu, übt man den rechten Weg, so nimmt man täglich ab“. Kein Zweifel: Wozu ich gerne anleiten möchte ist der „rechte Weg“. In diesem Sinne bin ich also ein Lehrer, der dabei helfen kann, fehlerhafte und selbstschädigende Denkmuster aufzulösen und ein Gefühl für die essentiellen Grundlagen eines erfüllten Lebens zu vermitteln.
Normalerweise meinen wir, durch das Einholen von immer neuen Informationen bessere Handlungsstrategien für unser Leben entwickeln zu können. Dies gilt ausschließlich für lexikalisches Wissen und würde von Laozi als „Lernen“ bezeichnet werden. Tiefgreifende Verbesserungen bedürfen jedoch der Reduktion! Eine überbordende Ratio ist nicht in der Lage, gewohnheitsmäßige Denkmuster und schädigende Emotionen in Schach zu halten. Der rechte Weg ist weder durch ein Überhöhen des Geistes noch durch eine Verherrlichung von Emotionen herstellbar, sondern durch ein Berücksichtigen von Körper, Energie und Geist in ihrem Wechselspiel.
Um existieren zu können, arbeitet der Organismus mit Überlebensreflexen, die der Kontrolle entzogen sind. Weitergehende Fähigkeiten werden zumeist in der Kindheit entwickelt und graben sich tief ins Gehirn ein. Die daraus resultierenden Denk- und Verhaltensmuster bestimmen unser zukünftiges Leben, egal ob sie uns nun helfen oder einer positiven Weiterentwicklung im Wege stehen. Man kann wohl sagen, dass nur wenige Menschen das ihnen von der Natur gegebene Potenzial gut nutzen können. In der Bemühung um Verbesserung scheitern wir oft am „Richtigmachen“, wobei man sich gerne rationaler Konzepte bedient. Hier werden dann über bereits eingelernte Fehler „bessere“ Strategien gestülpt. Das Gehirn wird sich aber reflektorisch immer für den gewohnten alten Pfad entscheiden.

Das Schriftzeichen für Dao.
Gesprochen mit dem fallenden vierten Ton, bedeutet es Weg oder Pfad und besteht links aus einem Zeichen für Gehen und rechts aus einem Zeichen für Kopf.
Geht der Kopf, verwirklicht sich das Dao, man folgt dem Weg der Natur.
Hier setzt nun mein Unterricht an. Solange nicht auf dem Niveau der Reflexe ein sinnvolles Angebot an das Gehirn gemacht wird, können schädigende Muster nicht aufgelöst und dauerhafte Ergebnisse kaum erzielt werden. Das Gehirn bewertet nämlich selbständig und entscheidet nach dem Weg der Natur. Qigong, Taiji Quan und daoistische Meditation in der von mir unterrichteten Form zielen darauf ab, die Atmung, die Grundmuster von Bewegungen, den Gebrauch von Energie und den Gebrauch des Gehirns auf einer unbewusst-reflektorischen Ebene natürlich zu entwickeln. Dies könnte man als den „Weg der essentiellen Grundlagen und ursprünglichen Erfahrungen“ bezeichnen. In allen Wissens- und Könnensbereichen werden diese Grundlagen für herausragende Leistungen benötigt, auf sie darf nicht ohne Qualitätseinbußen verzichtet werden.
Die moderne Hirnforschung weist verstärkt auf die Bedeutung von Bewegung für die Vernetzung von Denkprozessen im Gehirn auch bei Erwachsenen hin und bestätigt somit von mir bereits vor 20 Jahren verwendete Trainingskonzepte (EPM). Insgesamt besteht meine heutige Vorgangsweise in einer Synthese westlichen und östlichen Denkens, die sich einerseits an den klassischen Schriften des Daoismus orientiert, andererseits aus den Erkenntnissen naturwissenschaftlicher Spitzenforschung Impulse erhält. Manche meiner Ergebnisse werden in der modernen Forschung noch gar nicht angedacht.